„Lügt mein Kind?“ Wenn Kinder Dinge sagen, die nicht stimmen

Wie groß ist die Freude bei Eltern über das erste Wort, die ersten Sätze und die ersten Geschichten, die ihr Kind erzählt. Doch wenn es irgendwann anfängt, an unwahren Erzählungen festzuhalten, sind Eltern irritiert, wenn nicht sogar erschrocken. Schnell fallen ihnen dann Sprüche wie „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht“, „Lügen habe kurze Beine“ oder das biblische Gebot „Du sollst nicht lügen“ ein. Doch sind die Fantasie-Erzählungen der Kinder wirklich Lügen, die man dem Kind ausreden, verbieten oder die man gar bestrafen sollte?

Nicht jede „Lüge“ ist eine Lüge

Lügen bedeutet, bewusst und vorsätzlich die Unwahrheit zu sagen, um daraus einen Vorteil zu ziehen. Was Kinder im Alter bis etwa sieben Jahre als verfälschte Realität äußern, ist jedoch selten wirklich eine Lüge. Bis etwa zur Einschulung befinden sie sich auf der Entwicklungsstufe des „magischen Denkens“. In dieser Stufe wird oft Traum und Wirklichkeit, Fantasie und Wahrheit vertauscht. Kinder können noch schwer unterscheiden zwischen dem, was sie in der Wirklichkeit sehen und hören, und dem, was sie sich darunter vorstellen und sich dazu ausdenken.
Sie erfinden Geschichten und erleben Tagträume als echt. Figuren in Bilderbüchern und Filmen existieren für sie in der Wirklichkeit, und so manche Geschichte wird in der Kinderfantasie noch weiter ausgeschmückt und in die Realität geholt. Das zeigt übrigens auch, welch große Verantwortung Eltern gerade in dieser Zeit für die Medienauswahl ihrer Kinder haben. Auch das Zeitgefühl ist in diesem Alter noch nicht ausgeprägt, sodass Kinder Erlebnisse durcheinanderbringen oder ausschmücken.
Mit zunehmendem Alter fangen Kinder an, realitätsbezogen und sachlich logisch zu denken und sich auch dementsprechend zu äußern. Ungefähr ab dem achten Lebensjahr wird Ihr Kind zwischen Traum und Wirklichkeit, zwischen Vorstellung und Wahrnehmung unterscheiden können. Dann braucht es durchaus Hinweise und Ermahnungen, wenn es die Unwahrheit erzählt. Um sich mit seiner Umwelt erfolgreich auseinanderzusetzen, muss ein Kind mit der Zeit also lernen, diese so wahrzunehmen, wie sie in Wirklichkeit ist, und nicht so, wie es sie für sich haben möchte.

Atmosphäre der Ehrlichkeit

Die wichtigste Lernhilfe sind dabei die Eltern. Von klein auf orientieren sich Kinder an ihrem Vorbild. Deshalb versprechen Sie nichts, was Sie nicht halten können. Seien Sie ehrlich und offen zu ihrem Kind und anderen Familienmitgliedern. Beantworten Sie Fragen Ihres Kindes wahrheitsgemäß. Spielen sie eigene Notlügen nicht herunter. Entschuldigen Sie sich im Beisein des Kindes für Lügen. Sprechen Sie mit dem Kind über die negativen Auswirkungen von Lügen. Greifen Sie ein, wenn Ihr Kind vorsätzlich um des eigenen Vorteils willen lügt.
Wenn Ihr Kind in einer Atmosphäre der Offenheit und Ehrlichkeit aufwächst, wird es auch nach der Phase des magischen Denkens offen und ehrlich sein und lernen, zwischen Wahrheit und Lüge zu unterscheiden.

Margrit Dietze ist Erzieherin und Autorin für pädagogische Bücher und Artikel, Kinderlieder und Musicals.

Dieser Artikel ist zuerst in der Zeitschrift Family erschienen.

Musik-Playliste für ein ruhiges Kinder-Herz

„Schä nä pahl pa fronsä, aber bidde red weida …!“ So tönt es leidenschaftlich aus dem Mund meines Sohnes, als wir Hand in Hand vom Kindergarten nach Hause laufen. Ich liebe sein Kinderstimmchen. Und auch das Lied macht gute Laune. Ob er eine Ahnung hat, worüber Namika da singt?

Musik ist wie ein Weg nach innen. Wenn mich Musik nach innen führt, spüre ich, ob da Wut im Bauch ist oder doch nur Schmetterlinge. Ich spüre, ob mir die Angst den Magen zuschnürt. Oder ist es die Aufregung vor dem nächsten Tag? Musik ist aber auch wie ein Weg nach außen. Sie öffnet eine Tür für meine Gefühle und hilft mir mich auszudrücken.

Wie geht es dir mit Musik? Was hörst du gern? Und welche Musik hört dein Kind?

Positiver Effekt

Da gibt es die „Atemlos“-Fraktion, die alles aufschnappt, was bei Oma so im Radio läuft. Dann gibt es die Lobpreiser, die sonntags nicht nah genug vor der Bühne sitzen können. Kinder hören, was wir ihnen anbieten. Vielleicht ist dir das schon lange bewusst und Mozart hat bereits deinen Uterus beschallt?!

Es gibt einen positiven inneren Effekt, den Musik bei Kindern bewirken kann. Mein Sohn ist zum Beispiel ein sensibler Gedanken-Spaziergänger, vorzüglich wenn er abends im Bett liegt. Am Abend werden die Eindrücke des Tages noch einmal sortiert und der morgige Tag wirft seine emotionalen Schatten voraus. Manchmal habe ich den Eindruck, mein Kind verläuft sich regelrecht in seinen Gedanken, wie in einem Irrgarten. Als seine Mama kann ich seine Gedankenspaziergänge positiv beeinflussen, indem ich meinem Sohn Musik anbiete, die seine Gedanken an die Hand nimmt und sie zu Gott bringt.

Aktuelle Lieblingslieder

Ich habe immer eine Einschlaf-Playliste mit den aktuellen Lieblingsliedern auf dem Handy. Es sind Lieder, die sich bei uns als positiv bewährt haben. Die Lieder wechseln im Laufe der Zeit. Vor einiger Zeit spielten wir zum Beispiel „Das war mein Tag, der war so toll“ von Rolf Zuckowski und seine Freunde und „Spar dir deine Sorgen und mach dir keinen Kopf“ von Mike Müllerbauer.

Aktuell sind die Lieder „Großes Herz“ von Ilka Mix und „Der mein Herz regiert“ von Urban Life Worship hoch im Kurs.

Namika hat es zwar auch mal in die Top-Playlist geschafft, wurde dann aber von Veronika Lohmer und Markus Fackler verdrängt.

Ich empfinde die Musik, die ich meinem Kind anbiete, als eine wunderbare Möglichkeit, Gutes in ihm zu bestärken und sein Herz für die Gegenwart Gottes zu sensibilisieren. Ja, Jesus ist hier im Kinderzimmer. Und ich spüre, wie auch meine abendlichen Gedankenspaziergänge dankbar den Weg von Mike Müllerbauer einschlagen, wenn er singt:

„Spar dir deine Sorgen und mach dir keinen Kopf,

zack zack, pack sie rein in einen Topf.

Dann lauf damit zu Jesus, er wartet schon auf dich:

Gib mir deinen Sorgentopf, ich lass dich nicht im Stich.“

Ich wünsche dir und einen Kindern viele kostbare Musik-Entdeckungen. Schaut euch um, das Angebot wird immer größer und vielseitiger. Ein Genuss.

Mit lieben Grüßen,

Johanna Walter

Johanna Walter liebt ihren Mann und ihre drei Kinder. Sie ist Sozial- & Religionspädagogin, Musikerin und Autorin. www.johannawalter.de

 

Hier findest du die im Text erwähnten und weitere Künstler, die kindgerechte Musik machen:

Mike Müllerbauer: www.muellerbauer.de/

Daniel Kallauch: www.danielkallauch.de

Uwe Lal: www.uwelal.de

Rolf Zuckowski: www.musik-fuer-dich.de

Ilka Mix: www.ilkamix.de

Urban Life Worship: www.urbanlifechurch.de

Veronika Lohmer: www.veronikalohmer.de