Einschlafmittel

Schon für kleine Kinder gibt es auf dem Markt Einschlafmittel, zum Beispiel in Form von Fruchtgummis. Doch sind die wirklich unbedenklich?

Das ist eine gute Frage, denn bei Einschlafmedikamenten für Kinder ist immer Vorsicht geboten. Gerade frei verkäufliche Mittel, die von der Apothekenpflicht ausgenommen und deshalb scheinbar harmlos sind, unterliegen keinen strengen Laborkontrollen. Hinzu kommt, dass viele Präparate, auch pflanzliche, vom kindlichen Körper anders verstoffwechselt werden als vom Erwachsenen. Häufig liegen hierzu keine Studien zur Verträglichkeit von Kindern vor.

Vorsicht bei Melatonin-Produkten
Manche Einschlafmittel gelten nicht als Medikamente, sondern als Nahrungsergänzungsmittel. Nahrungsergänzungsmittel dürfen ohne ärztliche Verschreibung gekauft werden, können dennoch erheblichen Schaden anrichten, weil die Nebenwirkungen nicht bekannt sind oder nicht überprüft wurden. Vermutlich handelt es sich bei vielen Fruchtgummis um ein Nahrungsergänzungsmittel mit Melatonin. Melatonin ist ein körpereigenes Hormon, das den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. Ein Einschlafmittel mit Melatonin soll ein schnelles Einschlafen begünstigen. Doch die Zugabe des Hormons führt dazu, dass es in wichtige Körpervorgänge eingreift – über die konkreten Auswirkungen bei Kindern ist wenig bekannt. Allerdings weisen Kinderärzte und Kinderärztinnen daraufhin, dass der Melatonin-Abbau bei Kindern deutlich langsamer verläuft als bei Erwachsenen. Experten warnen deshalb vor der Einnahme der Melatonin-Gummibärchen. Hinzu kommt, dass Melatonin nur dann wirkt, wenn tatsächlich ein Mangel davon für die Schlafprobleme verantwortlich ist – das ist meist erst bei Menschen ab 55 Jahren der Fall.

Natürliche Hilfsmittel
Es gibt durchaus einige milde, für Kinder zugelassene medikamentöse Schlafhilfen, die Eltern sich nach individueller Beratung in der Apotheke rezeptfrei besorgen können. Viel sinnvoller ist es aber, bei Einschlafproblemen zunächst nach pädagogischen und psychologischen Hilfe Ausschau zu halten. So hilft zum Beispiel ein möglichst dunkles Zimmer, gegebenenfalls mit rötlichem Nachtlicht, die Melatonin-Produktion natürlich zu fördern. Lavendelsäckchen versprühen einen beruhigenden Duft, und spezielle Einschlafmusik für Kinder fördert die Schlafbereitschaft. Auch Sternenlicht-Projektoren können Kindern helfen, zur Ruhe zu kommen, ebenso wie Kuscheleinheiten mit Gute-Nacht-Liedern oder Gebeten. Manchmal hilft es dem Kleinkind, wenn eine Matratze neben dem Kinderbett liegt, auf die sich ein Elternteil zeitweise legt. Das vermittelt Sicherheit und unterstützt gleichzeitig die Gewöhnung an das Einschlafen im eigenen Bett. Wichtig ist es auch, dass Kinder mindestens zwei Stunden vor dem Schlafengehen nicht mehr auf Bildschirme schauen, um Überreizung zu verhindern.

Wenn Kinder dauerhaft Schwierigkeiten mit dem Einschlafen haben, empfiehlt es sich, eine professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine kostenlose Schlafberatung finden Eltern beispielsweise auf www.elternleben.de.
Und, nicht vergessen: Es ist alles eine Phase! Schon bald reiben Sie sich verwundert die Augen, wenn Ihr Kind ein Teenager ist, den man kaum noch aus dem Bett bekommt.

Melanie Schüer ist Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin. Zudem ist sie freie Autorin von Kinderbüchern und Elternratgebern.

Der Artikel ist zuerst in der Zeitschrift Family erschienen.

 

Family FIPS 3/26: Bibel-Kreativ-Tipp „Beste Freunde – David und Jonathan“

Hintergrund
In der Ausgabe 3/26 von Family FIPS wird die Geschichte einer großen Freundschaft erzählt. In den Bibeltexten von 1. Samuel 18 – 20 geht es um den ehemaligen Hirtenjungen David, der nun am Palast von König Saul dient und sich dort mit dem Königssohn Jonathan anfreundet. Die Freundschaft von David und Jonathan wird in diesen Kreativ-Tipps erlebbar.
Die Tipps zu dieser Ausgabe lassen sich am besten mit mindestens zwei Kindern erleben. Alternativ kann eine erwachsene Bezugsperson mit dem Kind aktiv werden.

Pflegen und wachsen: Freundschaftspflanze
Mit den Kindern wird ein kleiner Baum im Garten gepflanzt oder alternativ eine Pflanze in einen Topf gesetzt. Während jedes Kind gräbt oder Erde einfüllt oder angießt, wird darüber gesprochen, dass Freundschaft auch Pflege braucht, damit sie wachsen kann. Mit der Pflege erleben die Kinder praktisch, dass Freundschaft Aufmerksamkeit braucht. Übrigens kann auch ein Pflanztopf zu zweit bemalt und gestaltet werden.

Ihr braucht:
• Pflanze
• Blumenerde
• einen kleinen Spaten und Gartenhandschuhe oder Pflanztopf
• Gießkanne
• ggf. Farben und Pinsel, um den Pflanztopf zu bemalen

 

Gemeinsam stark: Freundschafts-Parcours
Im Parcours können die Kinder ihren Zusammenhalt unter Beweis stellen.

Station 1: Ein Kind balanciert an der Hand des anderen Kinds über eine Bank, ein Seil oder eine Linie. Je nach Alter kann die Station hüpfend, auf einem Bein, mit einem Finger auf der Nase, einem Glas Wasser in der anderen Hand oder mit verbundenen Augen bewältigt werden. Wer mag, kann zusätzlich die Zeit stoppen.

Station 2: Die Kinder transportieren einen weichen Ball oder Luftballon, den sie nicht mit den Händen berühren dürfen, zwischen ihren Bäuchen einklemmt über einen bestimmten Streckenabschnitt.

Station 3: Ein schwerer Gegenstand, wie eine große Reisetasche oder ein gefüllter Rucksack, wird gemeinsam über eine festgelegte Strecke getragen.

Ihr braucht:

• Bank oder Seil oder Straßenkreide für die Balance-Linie
• ggf. Wasserglas oder Schal oder Augenmaske
• weichen Ball oder Luftballon
• große gefüllte Reisetasche oder Rucksack, für das Gewicht zum Beispiel Tetra-Pack-Getränke oder Wasserflaschen

 

 

Im Anschluss können die Kinder erzählen, was gut geklappt hat und wann sie sich gegenseitig geholfen haben. So wird deutlich, dass vieles leichter gelingt, wenn man einander hilft – so wie auch David und Jonathan füreinander da waren.

Freundschaftsarmbänder
Gemeinsame Armbänder, aus Wolle geknotet oder geflochten oder aus Toilettenpapierrollen, zeigen die Verbundenheit: Die Rollen werden in Ringe geschnitten, bemalt, beklebt oder mit Stoff und Wolle umwickelt. Während des Bastelns kann darüber gesprochen werden, was gute Freundschaft ausmacht. Am Ende wird ein Armband selbst getragen und eins verschenkt, um zu zeigen: „Ich mag dich, wir gehören zusammen.“

Ihr braucht:
• Wolle in verschiedenen Farben
• Klebeband oder Sicherheitsnadeln zum Flechten und Knüpfen
• Scheren
• Toilettenpapierrollen
• Doppelseitiges Klebeband oder Klebestift
• Stoffreste

 

Für ein einfaches Armband kann neben einem Band aus drei Strängen zum Flechten auch geknüpft werden: Fünf Schnüre von etwa 50 Zentimetern Länge in verschiedenen Farben werden am oberen Ende miteinander verknotet und mit Klebeband oder einer Sicherheitsnadel an einer festen Oberfläche befestigt, um nicht mehr zu verrutschen.
Nun wird der erste Faden einmal mit jedem einzelnen der vier anderen Fäden von links nach rechts verknotet. Je mit einem einfachen Knoten. Der erste Faden wandert so nach rechts und es entsteht die erste Reihe des Armbands und außerdem eine neue Reihenfolge der Farben. Für die nächste Reihe wird der neue erste Faden wieder von links beginnend einmal mit jedem der vier anderen Fäden verknotet. Das wird so oft wiederholt, bis die Wolle aufgebraucht ist und ein geknüpftes Freundschaftsarmband entstanden ist.

Freundschaftscollage
David und Jonathan hatten während ihrer Freundschaft verschiedene Abenteuer zu bestehen und konnten auf so manche Erinnerung zurückschauen. Auf einem großen Plakat, einer Leinwand oder in einem Kästchen halten die Kinder ihre gemeinsamen Erinnerungen fest.

Ihr braucht:
• großes Plakat oder Leinwand, alternativ Kästchen
• Farben
• Flüssigkleber
• Scheren
• Fotos von gemeinsamen Erlebnissen und Erinnerungen
• Erinnerungsgegenstände, wie Eintrittskarten, Münzen, Blätter, Steinchen, Sand …

 

Die Kinder kleben Fotos, gemalte Bilder, Handabdrücke oder Erinnerungen an die gemeinsame Freundschaft oder einen Ausflug auf eine Collage oder legen sie in ein Kästchen.

 

 

Ich wünsche euch, dass ihr auf viele gute gemeinsame Erinnerungen zurückschauen könnt und dass ihr mit euren Kindern immer wieder erlebt, wie Gott Freundschaften segnet und selbst Freund ist.

Katrin Grieco ist Sozialpädagogin und Kinderbuchautorin. Sie schreibt, damit Kinder entdecken können: Ich bin wertvoll und werde gesehen. Sie liebt es, biblische Geschichten für Kinder lebendig werden zu lassen. Das wird in ihren Büchern in verschiedenen christlichen Verlagen erlebbar. Als aktuelles Buch ist „DAVID und seine Geschichte mit Gott“ (Brillenbär).