Medienzeit für ältere Geschwister
Wie kann man älteren Kindern Medienzeit zugestehen, wenn die jüngeren Geschwister gern mitschauen würden, aber noch nicht dürfen? Einige Mütter geben Best-Practice-Tipps.
Zubett-Bring-Zeit nutzen
Ich bin oft allein mit meinen beiden Kindern. Mein Sohn ist erst eins, meine große Tochter ist sechs. Wenn ich den Kleinen mittags zum Schlafen hinlege oder abends ins Bett bringe, darf meine Tochter auf dem Tablet eine Serie schauen. So habe ich Ruhe und Zeit für meinen Sohn, und meine Tochter ist auch glücklich und fühlt sich nicht hinten angesetzt.
Carmen
Quality-Time
Wenn unsere große Tochter etwas gucken darf, was für die Kleinere noch nichts ist, verbringen wir währenddessen Quality-Time mit unserer Jüngeren. Wir machen etwas Besonderes, was sie gern mag, wie Basteln, Spielen oder eine Kindermassage. Positiver Nebeneffekt: Meistens findet das die Große auch so cool, dass sie gar keine Medienzeit möchte und lieber bei uns ist.
Eva
DVDs ausleihen
Unsere Große (9) darf einen Film anschauen, wenn der Kleine (1 3/4) Mittagsschlaf macht oder abends, wenn er ins Bett gebracht wird. Manchmal lassen wir sie auch auf dem Laptop etwas schauen, während ich im Hinterhof mit unserem Sohn spiele. Wir leihen uns die Filme oft auf DVD aus der Stadtbibliothek aus. Bei Streamingdiensten sehe ich die Gefahr, dass die Kinder Inhalte zu sehen bekommen, die noch nichts für sie sind. Unsere Tochter kann auch voreingestellte Websites über ihren eigenen Laptopzugang besuchen und zum Beispiel „Shaun das Schaf“ oder „Wissen macht Ah!“ anschauen. Diese Freiheit nutzt sie gern. Ihr regelmäßiger Filmtag ist aber nur montags.
Jana
Exklusive Spielzeiten
Mittlerweile sind meine beiden Söhne vier und sechs Jahre alt und dürfen beide gleich viel Fernsehen schauen. Bis vor Kurzem konnten sie einmal die Woche etwas länger schauen, jetzt probieren wir aus, dass sie jeden Abend kurz etwas schauen. Bis unser Jüngster drei war, gab es aber Unterschiede. Dann durfte der Große schauen, wenn sein kleiner Bruder Mittagsschlaf gemacht hat oder abends früher als der Große ins Bett musste. Außerdem habe ich darauf geachtet, dass jeder mal exklusive Mama-Spiel-Zeit hatte. Auch dann durfte der Große etwas gucken, während ich mit dem Kleinen spielte.
Carolin
Kindgerecht
Als unser Sohn noch kleiner war, bis circa 1 ½ Jahre, haben wir seine Schlafenszeiten genutzt, um nur mit unserer Tochter (damals 3 1/2 Jahre) zu spielen oder sie auch mal etwas gucken zu lassen. Sie hat die Ruhe von ihrem Bruder immer sehr genossen. Als sie älter waren, durfte sich jedes Kind für eine Folge einer Serie entscheiden – bei dem Kleinen war es etwas für Jüngere und bei der Großen etwas anderes. Meistens wollten sie aber das Gleiche schauen. Wenn wir gemerkt haben, dass es unserem Sohn zu viel wurde, er überreizt oder unruhig wurde, haben wir ihn mit rausgenommen, während unsere Tochter noch zu Ende schauen durfte. Manchmal hat er ein bisschen gemeckert, aber wir haben ihn mit Spielen abgelenkt.
Lisa
Dieser Artikel ist zuerst in der Zeitschrift Family erschienen.

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Katrin Grieco
Katrin Grieco